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Sanierung und Ausstattung der Innenräume:
Die bis auf die historischen Oberflächen ausgeräumte Bausituation ermöglichte eine eingehende bauhistorische Untersuchung durch das Büro Dr. Hans- Hermann Reck, Wiesbaden. Begleitend wurde von dem Architekturbüro Kaffenberger ein verformungsgerechtes Aufmaß erstellt. Erstmals konnten alle relevanten Konstruktionselemente des Originalbaus untersucht und dokumentiert werden. Dabei konnte die ehemalige Raumaufteilung des Jägerbaus gut nachvollzogen werden.
Die aus der Barockzeit stammende originale Gefachausmauerung besteht, anders als üblich, aus Bruchsteinen. Der, gegenüber einer sonst verwendeten Lehmausfachung, schlechtere Dämmwert erfordert eine zusätzliche Wärmedämmung. Diese wurde in Form von Korkdämmplatten und Lehmdämmung ausgeführt. Damit bleibt der bauphysikalische Feuchtehaushalt der Wände gewährleistet. Aus gestalterischen Gründen wurde in den Räumen auf Wandheizkörper verzichtet. Stattdessen wurden in extra in den Dämmwänden ausgesparten Kanälen sogenannte Sockelleistenheizungen eingebaut. In Verbindung mit dem darauf aufgebrachten Reinkalkputz ergibt sich ein besonders gutes Raumklima, das sich schon kurz nach der Aufheizphase im Gebäude einstellte.
Die Türen wurden, entsprechend einer im Museum Jagdschloß Kranichstein erhaltenen originalen Tür aus Mönchbruch, detailgenau nachgebaut. Der Fußboden wurde mit Massivholzparkett aus Spessarteiche im Fischgrätverband verlegt. Belege für die ursprüngliche Gestaltung des Bodens gab es keine. Der umlaufende Fries aus Nussbaumholz zeichnet die Raumkonturen bzw. den ehemaligen Verlauf des barocken Flures nach.
Die Farbgestaltung folgte dem Gedanken jedem Appartement ein eigenes Farbthema zuzuweisen. Dabei wurden Farbbefunde aus dem 19. Jahrhundert in das Konzept miteinbezogen. Nun gibt es das rote, das blaue, grüne, gelbe und braune Appartement. Ähnlich wie an den Belegen aus dem 19. Jahrhundert zu beobachten war wurden auch jetzt eine farbliche Differenzierung zwischen Wand (farbig) und Decke (weiß) vorgenommen. Die Möblierung der Gästezimmer folgt dem Gedanke alte und neue Stilelemente in spannungsreichem Zusammenspiel zu kombinieren. Dabei wurde auf eine komfortable Ausstattung der einzelnen Zimmer besonderen Wert gelegt. Die Möbel sind dabei keine Standartware, sondern wurden passend in Gestalt und Farbe auf die jeweilige Raumsituation hin angefertigt. Dabei wurde darauf geachtet, dass die verwendeten Stilmöbel der ersten großen Umbauphase (1830= Biedermeier) entsprechen.
Weitere Schritte:
Durch die gelungene Sanierung des Jägerbaus ist weitere Weg klar vorgezeichnet. Alle durchgeführten Entscheidungen in Bezug auf Sanierungstechnologie, Materialien und Farbgebung sollen beibehalten werden. In den nächsten Schritten sollen der mittlere Pavillon mit der geplanten Nutzung für Gästewohnungen im Obergeschoss und mit Trauzimmer im Erdgeschoss in Angriff genommen werden.
Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für die Umnutzung des an der Straße gelegenen Ökonomietraktes für Hochzeitsfeiern und Konferenzen mit Hotelzimmern. Der Entwurf dafür wurde bereits im Sommer 2008 von den beteiligten Vertretern für Denkmalschutz und Denkmalpflege für gut beschieden. Der endgültige Bauantrag muss noch ausgearbeitet werden. Es ist ein besonderes Anliegen von Eigentümern und Architekt den Fortschritt der weiterhin laufenden Sanierungsarbeiten und Planungen stets der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das durch diesen Gedanken ins Leben gerufene „Schlossgartenfest“ soll daher auch in diesem Sommer stattfinden.
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